Spezialisten für komplexe und ungeklärte Fälle

Intuitive Fallbeschreibung (iFB) für neue Informationen in alten Fällen

Ergänzende Perspektiven durch nicht analytische Intuition erlangen

Bei ungeklärten Fällen bleiben manchmal Fragen zurück, auf die sich trotz umfangreicher Ermittlungen keine befriedigende Antwort finden lässt. Spuren wurden ausgewertet, Personen befragt, mögliche Abläufe rekonstruiert und unterschiedliche Hypothesen verfolgt. Dennoch kann ein Fall an einen Punkt gelangen, an dem bekannte Ermittlungsansätze nicht mehr weiterführen. Die intuitive Fallbeschreibung, kurz iFB, eröffnet eine zusätzliche Perspektive in solchen Fällen. Ihr Ausgangspunkt ist die menschliche Intuition: die Fähigkeit, Eindrücke, Zusammenhänge oder mögliche Bedeutungen wahrzunehmen, ohne dass sich unmittelbar erklären lässt, wie die eigentliche Wahrnehmung hierbei funktioniert.

Die iFB belässt es jedoch nicht bei einem spontanen „Bauchgefühl“. Sie verwendet vielmehr ein strukturiertes Protokoll, um vorhandene Eindrücke systematisch abzurufen und zu dokumentieren, damit sie für die weitere Fallbearbeitung nutzbar gemacht werden können. Dabei können Beschreibungen zu Personen, Orten, räumlichen Gegebenheiten, Gegenständen, Situationen oder möglichen Abläufen entstehen. Diese Informationen werden zunächst als das behandelt, was sie sind: ungeprüfte intuitive Wahrnehmungen, vergleichbar mit anonymen Zeugenaussagen. Erst ihre spätere Überprüfung entscheidet darüber, ob daraus ein relevanter Hinweis oder ein neuer Ermittlungsansatz entstehen kann.

Was ist eine Intuitive Fallbeschreibung (iFB)?
Die Intuitive Fallbeschreibung ist ein strukturierter Ansatz zur Erhebung und Dokumentation intuitiver Informationen im Zusammenhang mit einem konkreten Fall. Anders als bei einer klassischen Fallanalyse geht es zunächst nicht darum, bereits bekannte Fakten neu zu interpretieren oder aus vorhandenen Spuren weitere Schlussfolgerungen abzuleiten. Die iFB versucht vielmehr, zusätzliche Eindrücke möglichst unabhängig von bestehenden Fallhypothesen zu erfassen.

Das wird insbesondere dann interessant, wenn ein Fall seit längerer Zeit ungeklärt ist und sich die bisherigen Überlegungen immer wieder innerhalb derselben bekannten Informationslage bewegen.
Die Fragestellung lautet zunächst nicht: „Was können wir aus den bekannten Fakten noch schließen?“, sondern: „Welche intuitiven Informationen entstehen unabhängig von den bereits bekannten Ermittlungsergebnissen?“

Intuition ist mehr als ein vages Bauchgefühl

Intuition gehört zum menschlichen Alltag. Menschen erleben sie beispielsweise als spontanen Eindruck einer Situation, als unerwartete Idee, als innere Wahrnehmung oder als Gefühl dafür, dass bestimmte Dinge miteinander zusammenhängen könnten, obwohl die bewusste Begründung dafür zunächst fehlt.
Das bedeutet allerdings nicht, dass eine intuitive Einschätzung automatisch richtig ist.


Einsatz von iFB in einem ungeklärten Fall 
Bei einem ungeklärten Fall beginnt die Intuitive Fallbeschreibung (iFB) möglichst ohne detaillierte Kenntnis der bisherigen Ermittlungsergebnisse. Dadurch soll verhindert werden, dass vorhandenes Wissen, bestehende Theorien oder Erwartungen die intuitive Wahrnehmung beeinflussen.

Im ersten Schritt werden die entstehenden Eindrücke möglichst unmittelbar und wertungsfrei erfasst. Das können Wahrnehmungen zu Personen, Orten, räumlichen Strukturen, Gegenständen, Situationen oder möglichen Abläufen sein. Auch Skizzen, Richtungen und wiederkehrende Merkmale können Bestandteil einer iFB sein.
Von besonderer Bedeutung ist die Trennung zwischen Wahrnehmung und Interpretation. Werden beispielsweise die Merkmale „kühl“, „feucht“, „steinern“ und „abfallend“ beschrieben, wird daraus nicht vorschnell ein bestimmter Ort konstruiert. Die ursprünglichen Eindrücke bleiben erhalten und werden zunächst als eigenständige Informationen dokumentiert. 
Erst nach Abschluss der iFB erfolgt eine gründliche Analyse.

Aus solchen Angaben können anschließend konkrete Arbeitshypothesen entstehen: Gibt es einen beschriebenen Ort tatsächlich? Passt eine räumliche Konstellation zum relevanten Gebiet? Findet sich ein beschriebenes Merkmal in den Ermittlungsakten? Lässt sich eine bislang nicht betrachtete Verbindung überprüfen?
Damit folgt die iFB einem klaren Prinzip:

Wahrnehmen → dokumentieren → auswerten → Hypothesen bilden → überprüfen.

Die iFB soll einen ungeklärten Fall nicht intuitiv „lösen“. Ihr möglicher Wert liegt vielmehr darin, neue Informationen und Perspektiven hervorzubringen, aus denen überprüfbare Ermittlungsansätze entstehen können. Am Anfang steht ein Fall oder eine konkrete Fragestellung. Hierbei wird ganz bewusst darauf geachtet, dass der einzelne Viewer keinerlei Kenntnisse von dem Case-Target hat, denn nur dann erhält man möglichst neutrale Informationen. 







Die iFB bei ungeklärten Vermisstenfällen

Besonders interessant kann dieser Ansatz bei Cold Cases und langjährig ungeklärten Vermisstenfällen sein.
Mit zunehmendem zeitlichem Abstand wurden häufig bereits zahlreiche Ermittlungsansätze verfolgt. Gleichzeitig können sich bestimmte Vorstellungen darüber verfestigen, was vermutlich geschehen ist, welche Personen relevant sind oder welche Szenarien als wahrscheinlich angesehen werden. 
Die iFB untersucht zunächst außerhalb dieser bestehenden Falllogik nach weiteren Perspektiven.

Bei einem ungeklärten Vermisstenfall können dies beispielsweise Wahrnehmungen zu einer Umgebung, einer Bewegungsrichtung, einem Fahrzeug, einem Gebäude, einer beteiligten Person oder einer bestimmten Situation sein. Bei einem Cold Case können möglicherweise andere Aspekte hervortreten: räumliche Zusammenhänge, Gegenstände, Personenmerkmale, mögliche Tatorte oder situative Abläufe.
Ob diese Informationen irgendeine Bedeutung für den Fall besitzen, kann die iFB selbst jedoch nicht beantworten. Dies ist die Aufgabe nachfolgender Ermittlungsarbeit. 


Von der Wahrnehmung zum Ermittlungsansatz

Der eigentliche Nutzen der intuitiven Fallbeschreibung liegt in der akribischen Beschreibung von einzelnen intuitiv erlangten Eindrücken mithilfe des hierfür vorgesehenen Protokolls. Dieses ist in mindestens sechs separate Stufen unterteilt und wird stets systematisch abgearbeitet, um an tieferliegende Erkenntnisse zu der verdeckten Fragestellung zu gelangen. Wichtiger Grundsatz: Es geht um Beschreibungen, keinerlei Benennungen! 

Erst die spätere unabhängige Überprüfung zeigt, ob ein intuitiver Hinweis für den konkreten Fall relevant sein kann. Diese Trennung ist für einen verantwortungsvollen Umgang mit der iFB wesentlich. Daher steht die iFB als Brücken bildendes Element in der Aufklärung kalter Fälle. Nur auf diese Weise lassen sich gewonnene Erkenntnisse tatsächlich sachdienlich zu einer erfolgreichen Klärung nutzen. 

Wenn die eruierten Informationen im nächsten Schritt 1:1 als Wahrheitsgehalt definiert werden, verlieren sie ihren Wert und zeugen außerdem von mangelnder Professionalität bei der Fallbearbeitung. Die im Rahmen der Protokollstruktur erhaltenen Daten sind bis zum Zeitpunkt der praktischen Einbeziehung in weiterführende Ermittlungen eben nur das nackte Daten ohne eigenen Wert, geschweige denn einen erfolgversprechenden Nutzen. 



Was die iFB leisten kann – und was nicht
Die Intuitive Fallbeschreibung kann eine **zusätzliche Informationsperspektive** eröffnen. Sie kann neue Fragen entstehen lassen, auf bislang unbeachtete Aspekte aufmerksam machen oder Impulse für weitere Recherchen und Ermittlungen geben. 
Sie kann jedoch keine Tatsachen feststellen und keine Beweise ersetzen.

Eine iFB kann nicht beweisen, dass sich eine vermisste Person an einem bestimmten Ort befindet. Sie kann nicht feststellen, dass eine bestimmte Person eine Straftat begangen hat. Und sie kann nicht entscheiden, welcher Geschehensablauf tatsächlich stattgefunden hat.

Solche Feststellungen bedürfen belastbarer Fakten und klassischer Ermittlungsarbeit.
Deshalb sollte auch eine auffällige Übereinstimmung zwischen einer intuitiven Beschreibung und einem später festgestellten Sachverhalt nicht dazu führen, automatisch alle weiteren Angaben einer iFB als zutreffend anzusehen.


Intuition trifft Ermittlungsarbeit

Die Intuitive Fallbeschreibung bewegt sich bewusst an einer ungewöhnlichen Schnittstelle.
Auf der einen Seite steht etwas sehr Menschliches: Intuition, Wahrnehmung und die Fähigkeit, Zusammenhänge zu erfassen, bevor wir sie vollständig erklären können. Auf der anderen Seite stehen die Anforderungen einer professionellen Fallbearbeitung: Dokumentation, Nachvollziehbarkeit, kritische Bewertung und Überprüfung.
Die iFB versucht, beide Seiten miteinander zu verbinden.

Dabei geht es nicht darum, Intuition an die Stelle von Fakten zu setzen. Es geht darum, intuitive Informationen so zu behandeln, dass aus ihnen gegebenenfalls neue überprüfbare Fragen entstehen können.
Gerade bei einem festgefahrenen Cold Case oder einem ungeklärten Vermisstenfall kann bereits eine einzige neue, sachlich überprüfbare Fragestellung eine andere Perspektive auf den Fall eröffnen.

Denn genau dort kann aus Intuition ein Ansatz für weitere Ermittlungen werden.
Bei langjährig ungeklärten Vermisstenfällen, Cold Cases und komplexen Ermittlungen sind es ergänzende Methoden, die eingesetzt werden, um neue Denkansätze oder bislang unbeachtete Betrachtungsweisen zu gewinnen. Eine dieser Methoden ist die sogenannte Intuitive Fallbeschreibung (iFB), die ihren Ursprung in dem originär vom Militär entwickelten Remote Viewing hat.

Die Methode gehört nicht zu den klassischen kriminalistischen Ermittlungsverfahren. Sie ersetzt weder Spurensicherung noch Zeugenbefragungen, Recherchen oder kriminalistische Analysen. Vielmehr wird sie ausschließlich als ergänzendes Instrument genutzt, um zusätzliche Hypothesen oder Ermittlungsansätze zu generieren, wenn herkömmliche Maßnahmen nicht mehr zielführend verlaufen.








Einsatzbereiche in der  Ermittlungsarbeit
In gesonderten Fällen wird die Intuitive Fallbeschreibung als ergänzender Baustein genutzt bei:

  • ungeklärten Vermisstenfällen
  • Cold Cases
  • langjährig festgefahrenen Ermittlungen
  • der Suche nach neuen Ermittlungsansätzen
  • der Neubewertung bereits bekannter Informationen
  • der Entwicklung zusätzlicher Suchhypothesen



Deshalb erfolgt grundsätzlich:

  • eine Plausibilitätsprüfung
  • ein Abgleich mit bekannten Fallinformationen
  • eine Bewertung möglicher Übereinstimmungen
  • eine Überprüfung durch klassische Ermittlungsmaßnahmen


Erst wenn sich Hinweise unabhängig bestätigen lassen, können sie gegebenenfalls in die weitere Ermittlungsarbeit einbezogen werden.




Das Training der  intuitiven Wahrnehmung

Im Zusammenhang mit intuitiven Methoden wird häufig der Begriff Remote Viewing verwendet. Dabei handelt es sich um ein strukturiertes Wahrnehmungsverfahren, bei dem versucht wird, Informationen über ein Zielobjekt, einen Ort, eine Person oder einen Sachverhalt zu erfassen, ohne dass dem Wahrnehmenden hierzu vorab konkrete Informationen vorliegen. Wir haben hier bewusst den Begriff der intuitiven Fallbeschreibung (iFB) gewählt, weil es bei unserer Arbeit um die Aufklärung krimineller Handlungen und Fälle geht, zu deren Zweck die iFB als weitergehende Methode gezielt eingesetzt wird. 

Unabhängig von den unterschiedlichen wissenschaftlichen Bewertungen hat sich die Remote Viewing Ausbildung für viele Anwender vor allem als Werkzeug zur Schulung der Intuition, der Wahrnehmungsfähigkeit und der bewussten Unterscheidung zwischen tatsächlichen Eindrücken und analytischen Schlussfolgerungen etabliert.

Ein wesentlicher Bestandteil des Trainings besteht darin, spontane Wahrnehmungen möglichst unverfälscht zu erfassen, bevor sie durch Erwartungen, Vorannahmen oder logische Interpretationen überlagert werden. Dadurch wird die Sensibilität für subtile Informationen und unbewusste Wahrnehmungsprozesse geschult.



Vorteile des regelmäßigen Trainings der Intuition

◆ die Wahrnehmung feiner Details und Zusammenhänge

◆ die Fähigkeit zur Mustererkennung

◆ die Unterscheidung zwischen Intuition und Interpretation

◆ die Konzentrations- und Beobachtungsfähigkeit

◆ die Sensibilität für mögliche Gefahren- und Risikosituationen

◆ den Zugang zu unbewussten Informationsverarbeitungsprozessen











 
 
 
 
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